Sport in meinem Leben

Geboren 1968; Mit 4 Jahren Diagnose: Asthma ; Behütet bis zum 11. Lebensjahr;

Dann wollte der kleine in einen Fußbalverein 🙂
Zum Glück überredete mein Lungenfacharzt meine Mutter, daß sie mir den Sport nicht nur erlaubte, sondern mich auch aktiv motivierte.

Erste Jahre im Verein zeigten mein Talent und ich wurde von einem größeren Club „abgeworben“. Ein spannendes Jahr begann. Mit Jens Lehmann hinter mir im Tor.
O.k. er kam eigentlich nur zufällig auf die Nummer 1, da sich unser Stammtorwart in der Vorbereitung verletzte.

Ich sehe es noch, wie gestern vor mir, obwohl es nun ca. 30 Jahre her ist.
Vorbereitungsspiel gegen Rot-Weiss Oberhausen. Marcel Witeczek (später Bayern München) will einen Freistoß gegen uns schießen. Etwa 18 Meter vor dem Tor. Da ich recht klein bin, stelle ich mich nicht in die Mauer, sondern sichere die linke Seite.
Marcel schießt in Richtug oberes Eck.  Ich drehe mich um und verfolge die Flugbahn des Balles. Unser Torwart, Klaus, fliegt und hält. Allerdings kracht er mit dem Gesicht gegen den Aluminiumpfosten und bleibt schreiend liegen. Im Mund nur noch Sand. Erst sieht es aus, wie die rote Asche des Platzes. Doch dann die Gewißheit. Es sind/waren seine Zähne und reichlich Blut.
Krankenhaus, Operation … Die Chance für Jens.
Er spielte die Saison gut, wurde von Schalke „geholt“ und wir alle kennen seine nachfolgende Karriere bis ins Nationaltor.

Gleichzeitig zum Verein gab es damals noch die Schulmannschaften. Ich war auf einem der Sportgymnasien der Stadt und spielte natürlich in der Fußballmannschaft.
Unser Mittelstürmer war kein anderer, als Oliver Bierhoff.
Ja, auch mit ihm habe ich so zusammengespielt. Er ist ein halbes Jahr älter. Somit ein Jahr früher eingeschult und auh im Verein immer eine Saison vorher in die nächst höhere Mannschaft. Daher waren wir im Verein nie zusammen, aber eben in der Schule.

Beruflich ging es für mich damals in einen handwerklichen Beruf. Körperliche Arbeit und immernoch ein wenig gegen den Ball treten. Ich war gut trainiert.
Das legte sich dann aber, da ich mich für Familie und Beruf entschied und gegen den Fußball und das beinahe tägliche Training.

Die Jahre plätscherten dahin und der Bauch wurde größer, runder, dicker eben.

Irgendwann standen 79,6 Kilo auf der Waage und ich schwor mir:
Bevor da vorne eine 8 steht, steht da eher wieder eine 6.
Gesagt, getan. Sechs Monate später waren die ersten 10 Kilo weg und es folgten weitere 7.

Durch den Sport Leistungskurs in der Schule und die Jahre im Verein hatte ich einiges über Ernährung und Bewegung gelernt. Nun wendete ich es an und erreichte mein Ziel.

Einige Jahre später Trennung, Scheidung, neue Lebenspartnerin. Immernoch in einem Job, der viel Bewegung verlangte, war ich wieder richtig gut in Form und fühlte mich gut.
Dann der „Umbruch“ … neuer Job, erneute Hochzeit mit Namensänderung, Umzug in die Nachbarstadt und der Beginn des körperlichen „Verfalls“ … o.k. das ist etwas hoch gegriffen, aber es ging wieder mit dem Gewicht nach oben und mit der Fitness nach unten.

Andere Hobbys traten in den Vordergrund. Zusätzlich gab es durch den neuen Job keine Bewegung mehr. Viel Büro, viel Auto fahren, viele Besprechungen. Kaum Bewegung, aber immer viel Essen. Schlechtes noch dazu. Nicht vom Geschmack her, sondern von den Inhaltsstoffen.

Vor kurzem dann ein Gespräch mit der Frau. Nichts Besonderes, aber plötzlich fiel der Satz, der mich nun hierher und in die Laufschuhe gebracht hat:
„Joah, als wir uns kennenlernten hattest du einen echt geilen Körper. Schön muskulös. Durchtrainiert.“

„Hattest“ ???


Der Schwenehund überredete mich, das Gesagte nicht zu eng zu sehen. Nicht allzuviel darum zu geben. Alles halb so wild. Ich glaubte ihm noch eine Weile. Bis letzten Montag!


Wieder einmal im Hotel. Nach langer Fahrt endlich angekommen. Mit den Kollegen noch ins Restaurant. Essen. Genuß. Klar, ein Bier dazu geht immer.

Dann rauf ins Zimmer. Ausziehen für den wohl verdienten Schlaf.
An der Tür ein Ganzkörperspiegel, dem ich mich nicht entziehen kann.
Keine Chance, mich nicht zu sehen.
Ich ziehe mich aus, sehe mich und erschrecke mich fast zu Tode!

Ich bin wieder da. 1994. Die Waage läuft gegen die „8“!

Niemals, Waage, niemals!

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